1. Sinfoniekonzert

VERFEMT UND VERGESSEN

Berthold Goldschmidt PASSACAGLIA op. 4
Viktor Ullmann KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER op. 15
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 1 D-Dur


Das erstmals in Osnabrück veranstaltete FESTIVAL VERGESSENER MUSIK beschäftigt sich in erster Linie mit der Musik von Komponisten, die in der Zeit des Nationalsozialismus im besten Falle vergessen werden sollten, zum größten Teil aber emigrieren mussten oder gar deportiert und umgebracht wurden. Zum Auftakt des Festivals wird eine Kooperation mit dem Osnabrücker Symphonieorchester angestrebt.


Berthold Goldschmidt, ein Schreker-Schüler aus Hamburg, musste 1935 seine Heimat verlassen und emigrierte nach England. Seine PASSACAGLIA für Orchester entstand 1925 und wurde von Erich Kleiber, dessen Assistent Goldschmidt war, uraufgeführt. Der österreichische Komponist Viktor Ullmann, ein Schönberg- und Zemlinsky-Schüler, wurde 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sein Klavierkonzert entstand in der Zeit der Annexion der Tschechoslowakei 1939, als er in Prag als Dirigent und Komponist tätig war. Gustav Mahler selbst musste die Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr erleben. Doch gehörten die Werke des aus einem jüdischen Elternhaus stammenden Hofoperndirektors auch zu den verfemten Werken während des Dritten Reiches. Das Lied, der Tanz, die ironische Karikatur – Gustav Mahlers Inspirationsquellen und Querverweise sind zahlreich und begleiteten die Entstehung seines sinfonischen Erstlings über eine lange Zeit hinweg. Zunächst als sinfonische Dichtung angelegt, zwischenzeitlich mit dem Titel TITAN überschrieben und mit programmatischen Überschriften versehen, durchlief das Werk eine ganze Reihe von Zwischenstadien, bis es schließlich 1899, zehn Jahre nach seiner Uraufführung, im Druck seine heute bekannte Form erhielt.


In Kooperation mit Culture Connects.

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