2. Sinfoniekonzert

1918

Maurice Ravel Klavierkonzert D-Dur für die linke Hand
Maurice Ravel La Valse. Choreographisches Gedicht für Orchester
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73


Die Werke dieses Konzertes stehen in Bezug zum Jahr 1918, das das Ende des Ersten Weltkrieges markiert. Der Pianist Ludwig Wittgenstein, der im Kriegsdienst seinen rechten Arm verlor, nutzte das familiäre Vermögen, Klavierwerke für die linke Hand in Auftrag zu geben. Es entstanden u.a. Werke von Prokofieff, Hindemith, Korngold, Britten und, als bekanntestes, Ravels Klavierkonzert. Diese Auftragswerke zeigen, wie Wittgenstein sich der Kriegsverwundung moralisch entgegenstellt und die eigene künstlerische Beeinträchtigung überwindet. Ravel wollte mit LA VALSE zunächst eine Apotheose des Wiener Walzers komponieren. Nachdem sich das Heimatland des Walzers und Frankreich in Feindseligkeiten verstrickt hatten, konnte diese Idee nicht aufrechterhalten werden. So wird der Walzer im Laufe des Stücks immer weiter verzerrt, nimmt mehr und mehr dunkle Klänge in sich auf und endet im Zusammenbruch. Ravel lasst im Bild des Wiener Walzers erkennen, wie sich die Donaumonarchie in einem unseligen Krieg selbst ein ungutes Ende gesetzt hat. Ab August 1914 stellten sich die Konzertprogramme vollends in den Dienst des Patriotismus. Aufgeführt wurden Werke, die Hymnen oder patriotische Lieder verarbeiten oder das siegreiche Hervorgehen aus dem Kampf thematisieren, wie Beethovens 3. und 5. Sinfonie. Im Jahre 1918 dagegen prägten Brahms-Sinfonien die Konzertprogramme allerorts. Sie entzogen sich einer politischen Vereinnahmung.


Ihre vermehrte Aufführung 1918 ist ein Zeichen dafür, wie Menschen die Musik nutzten, um einen Gegenpart zu den betrüblichen Kriegserfahrungen zu finden.


In Kooperation mit Osnabrücker Friedensgespräche.

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